
Damals erschien Alexander Mitscherlichs Streitschrift "Die Unwirtlichkeit unserer Städte: Anstiftung zum Unfrieden". Der Titel wurde zum Schlagwort in Debatten um die Zukunft der Stadt. Damals begann man auch, die von Krieg und Wiederaufbau verschonten Überreste der Vergangenheit neu zu würdigen, in alten Häusern schützenswerte Denkmäler zu sehen. Die frühen Denkmalschützer bekamen gelegentlich unerwartete Hilfe von Hausbesetzern, die auf Abbruch verkaufte und oft brutal "entmietete" Gründerzeitbauten zum Ärger der Investoren bezogen und neu belebten. Die AFR-Veranstaltung "Zurück zur `Wirtlichkeit´" - Bürgerproteste, Besetzungen, Denkmalschutz" erinnert an diese für das Gesicht unserer heutigen Städte prägende Epoche. Prof. Dr. Timo Hoyer vom Sigmund-Freud-Institut Frankfurt/M. wird über die Wirkungsgeschichte von Mitscherlichs Schrift "Die Unwirtlichkeit unserer Städte" referieren. Danach wird Dr. Juliane Kirschbaum, seit der Gründung 1973 dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz verbunden, über die Anfänge der Denkmalbewegung und ihre Wirkung bis heute berichten. Anschließend wird es in einem Gespräch um die Auswirkungen von Mitscherlichs Streitschrift und Denkmalschutz-Gedanken auf eine Stadt wie Köln gehen: Zwei Zeitzeugen des Kampfs um alte Häuser und der Hausbesetzer-Bewegung kommen mit aufs Podium: Bezirksbürgermeister Andreas Hupke und der Stadthistoriker Dr. Martin Stankowski. Moderation: Jürgen Keimer Montag, 07.06.2010 | 19:30 Uhr | Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln | Eintritt frei | Keine Anmeldung erforderlich | Einlass ab 19:00 Uhr | Eine Veranstaltung des AFR Architektur Forum Rheinland in der Reihe "Warum ist es am Rhein so schön...? - 100 Jahre Stadtentwicklung am Rhein" | weitere Informationen: »architektur-forum-rheinland@hda-koeln.de Themenreihe "Warum ist es am Rhein so schön...? - 100 Jahre Stadtentwicklung am Rhein" des AFR Architektur Forum Rheinland e.V. im Jahr 2010: »11.01.2010 - Stadt ohne Grenzen: Entwicklung zur Großstadt »01.02.2010 - Schöne neue Welt: Das Rheinland und die Moderne »01.03.2010 - Der Super-"Gau": Nationalsozialistische Stadtplanung im Rheinland »12.04.2010 - Aus Schutt und Asche: Rheinischer Wiederaufbau »03.05.2010 - Wohnen XXL: Großsiedlungen »07.06.2010 - Zurück zur "Wirtlichkeit": Bürgerproteste, Besetzungen, Denkmalschutz »05.07.2010 - Exkursion zu Großsiedlungen »06.09.2010 - Rheinische Hauptstädte »08.11.2010 - Hochhäuser im Rheinland »06.12.2010 - Stadtentwicklung und Ausstellungen Weitere Informationen erhalten Sie auf Anfrage unter »architektur-forum-rheinland@hda-koeln.de M:AI - Immer vor Ort. Nie am selben.
Ein Museum, das sich Häusern widmet, ohne ein Haus zu besitzen. Eines, das in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs ist. Das M:AI Museum für Architekturkunst spricht über Immobilien und ist selbst mobil: So ist es schnell dort, wo Häuser im Original stehen. Aber auch zur Stelle, wenn es um aktuelle Diskussionen und Positionen geht. Und so bewegt sich dieses mobile Museum von seinem Sitz in Gelsenkirchen aus immer dorthin, wo Architektur und Ingenieurkunst zum Thema werden sollen: weil ein Gebäude besonders beispielhaft ist und sich Menschen darin wohl fühlen, weil bedeutende Architekten, Ingenieure, Stadtplaner und Landschaftsgestalter Wegweisendes hinterlassen haben oder weil Bau- und Kulturdenkmäler vom Abriss bedroht sind und heftig diskutiert werden. Mit Ausstellungen und Exkursionen, Vorträgen und künstlerischen Aktionen sowie Publikationen macht das M:AI die Qualitäten und Möglichkeiten eines Bauwerks sichtbar – besonders, um den Blick eines jeden für gutes Bauen zu schärfen und zu zeigen, welche baulichen Schätze Nordrhein-Westfalen hat. Letzteres auch über die Grenzen des Bundeslandes hinweg. Seit 2005 nun schon ist das M:AI mit vielen Partnern aktiv und orientiert sich bei seinen Aktivitäten an der jeweiligen aktuellen Diskussion. Das M:AI ist eine eigenständige Institution der Landesinitiative StadtBauKultur NRW. |
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