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Haus der Architektur

Das dreidimensionale Abbild
Reale und digitale Architekturmodelle im Archiv

Wie der letzte Themenabend aufgezeigt hat, setzen sich Architektennachlässe aus sehr unterschiedlichem Material zusammen: Entwurfs- und Baupläne, Skizzen, Fotografien, Schriftverkehr und insbesondere Modelle der geplanten oder realisierten Bauten. Gerade die empfindlichen Modelle mit ihrer Materialvielfalt und einem enormen Platzbedarf stellen bei Architekturarchivgut besondere Anforderungen. Besonders für die Vermittlung von Baukultur-Archivgut, z.B. in Ausstellungen, sind Modelle zur Veranschaulichung von Gebäuden und baulichen Zusammenhängen eine unverzichtbare Ergänzung der „Flachware“ aus Plänen und Fotos.


Eine neue Herausforderung besteht nun in dreidimensionalen digitalen Planungen, von denen zeitgenössische Bauten immer mehr geprägt sind. Diese digitalen Modelle müssen unabhängig von Software-Fortschritten und veränderten Speichermedien nun ebenso dauerhaft erhalten und zugänglich gemacht werden. Zwei spannende Expertenvorträge werden dieses Themenspektrum beleuchten.

Es referieren:

Martin Kunz, saai - Südwestdeutsches Archiv für Architektur und Ingenieurbau, Karlsruhe

Die Bestände des Südwestdeutschen Archivs für Architektur und Ingenieurbau (http://www.rz.uni-karlsruhe.de/~saai/) umfassen über 270.000 Pläne, Zeichnungen und Skizzen, mehr als 500.000 Fotos, Film- und Tondokumente, 1.100 laufende Meter Bauakten und bisher über 420 Modelle. Der Vortrag wird einen Überblick über die gesamte Spannbreite dieser Modelle geben: Zeitgenössische Jugendstil-Gipsmodelle, Städtebauliche Modelle, Arbeitsmodelle aus der Lehre, Präsentations- und speziell für Ausstellungen angefertigte Modelle, Studentenmodelle aus Gebäudeanalysen etc. Als besonderes Beispiel wird berichtet, wie die aktuelle Übernahme und der Transport eines Großnachlasses mit über 400 Modellen von Frei Otto bewerkstelligt werden.

Susanna Janfalk, Arkitekturmuseet Stockholm, Architecture Historian Curator in Collections, Library and Research at the Swedish Museum of Architecture

Das Archiv des Stockholmer Architekturmuseums verfügt heute über ca. zwei Millionen Zeichnungen, tausende Fotografien und ca. 1.000 Architekturmodelle.

Die Geschichte der großen Schwedischen Baukultur ist inzwischen über die Internetpräsenz des Schwedischen Architekturmuseums (http://www.arkitekturmuseet.se/english/index.xml) von überall gut zu recherchieren. Der Vortrag berichtet über die Erfahrungen des Schwedischen Architekturmuseums bei der Sammlung von baukulturellem Archivgut, insbesondere auch über die Herausforderungen der Archivierung und Bereitstellung digitaler Architekturmodelle.

Frau Janfalk wird in englischer Sprache referieren, der Vortrag wird auf Deutsch übersetzt.

Montag, 14.03.2011 | 19:30 Uhr | Domforum, Domkloster 3, 50667 Köln | Eintritt frei | Keine Anmeldung erforderlich | Eine Veranstaltung des AFR Architektur Forum Rheinland in der Reihe "Baukunst in Archiven - Gedächtnis der Generationen aus Papier und Bytes" | weitere Informationen: »architektur-forum-rheinland@hda-koeln.de


2011: Baukunst in Archiven - Gedächtnis der Generationen aus Papier und Bytes

Das AFR befasst sich im Jahr 2011 aus Anlass der konkreten Planungen für das neue Kölner Archiv- und Dokumentationszentrum am inneren Grüngürtel mit der Situation der Bewahrung von baukulturellen Zeugnissen aus Architektur, Stadtplanung und Ingenieurkunst.

Das Historische Archiv der Stadt Köln beherbergte mit knapp 70 Einzelnachlässen die größte Sammlung zur Baukunst in Nordrhein-Westfalen. Wie sieht es mit diesem geretteten Archivgut aus und welche Rolle wird diese Sammlung im Gesamtkonzept der Neuaufstellung des Kölner Stadtarchivs spielen? Weitere Sammlungen von baukulturellem Archivgut in anderen Archiven werden in Vorträgen und vor Ort vorgestellt. Hierzu werden die spezifischen Besonderheiten von Planungs-Archivgut auf Papier, als Modell und als Daten betrachtet.

Die reichhaltige Planungstradition in Nordrhein-Westfalen soll als Grundlage zukünftigen Planens und Bauens fruchtbar aufbereitet und zugänglich gemacht werden. Hierfür ist die Rolle der baukulturellen Überlieferung in NRW im Vergleich mit der Dokumentation anderer Kultursparten zu diskutieren.

Themenreihe "Baukunst in Archiven - Gedächtnis der Generationen aus Papier und Bytes" des AFR Architektur Forum Rheinland e.V. im Jahr 2011:

»10.01.2011 Die Bedeutung von Archiven für die Gestaltung der Zukunft

»07.02.2011 Architekturquellen im Archiv

»14.03.2011 Das Miniaturwerk. Architekturmodelle im Archiv

»04.04.2011 Archiv 2.0. Virtualisierung und "Collaboration"

»09.05.2011 Architektennachlässe im HAStK - vor und nach dem Einsturz

»06.06.2011 Das historische Archiv des Erzbistums Köln und der Nachlass Rudolf Schwarz

»04.07.2011 Architekturüberlieferung in Wirtschaftsarchiven

»12.09.2011 Baukunst in Archiven. Teil 8

»10.10.2011 Baukunst in Archiven. Teil 9

»07.11.2011 Baukunst in Archiven. Teil 10

»05.12.2011 Baukunst in Archiven. Teil 11

Weitere Informationen erhalten Sie auf Anfrage unter »architektur-forum-rheinland@hda-koeln.de


M:AI - Immer vor Ort. Nie am selben.


Ein Museum, das sich Häusern widmet, ohne ein Haus zu besitzen. Eines, das in ganz Nordrhein-Westfalen unterwegs ist. Das M:AI Museum für Architekturkunst spricht über Immobilien und ist selbst mobil: So ist es schnell dort, wo Häuser im Original stehen. Aber auch zur Stelle, wenn es um aktuelle Diskussionen und Positionen geht.

Und so bewegt sich dieses mobile Museum von seinem Sitz in Gelsenkirchen aus immer dorthin, wo Architektur und Ingenieurkunst zum Thema werden sollen: weil ein Gebäude besonders beispielhaft ist und sich Menschen darin wohl fühlen, weil bedeutende Architekten, Ingenieure, Stadtplaner und Landschaftsgestalter Wegweisendes hinterlassen haben oder weil Bau- und Kulturdenkmäler vom Abriss bedroht sind und heftig diskutiert werden.

Mit Ausstellungen und Exkursionen, Vorträgen und künstlerischen Aktionen sowie Publikationen macht das M:AI die Qualitäten und Möglichkeiten eines Bauwerks sichtbar – besonders, um den Blick eines jeden für gutes Bauen zu schärfen und zu zeigen, welche baulichen Schätze Nordrhein-Westfalen hat. Letzteres auch über die Grenzen des Bundeslandes hinweg.

Seit 2005 nun schon ist das M:AI mit vielen Partnern aktiv und orientiert sich bei seinen Aktivitäten an der jeweiligen aktuellen Diskussion. Das M:AI ist eine eigenständige Institution der Landesinitiative StadtBauKultur NRW.

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