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Wettbewerb zum Neubau der Michaeli Schule, Köln |
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061206-preisgerichtsprotokoll.pdf | 70 K |
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Der städtebauliche Leitgedanke des Entwurfes ist die Erschaffung eines unverwechselbaren Ortes.
Damit ein Ort in Erinnerung bleibt, muss er hohe räumliche Qualitäten und eine sorgfältige einmalige Gestaltung aufweisen.
Um den städtebaulichen Rahmenbedingungen gerecht zu werden, schlagen wir vor, die Schule in zwei räumlich versetzte Baukörper aufzuteilen, die beide zusammen eine Einheit bilden.
Der süd-östliche Bauteil umrahmt den Schulgarten und den Werkhof, während der U-förmige Baukörper der Schule einen räumlichen Abschluss im Westen herbeiführt.
Die Überlappung der beiden Gebäudeteile bietet außerdem einen optimalen Schallschutz von Süden.
Durch die Verschiebung der beiden Baukörper entsteht eine angemessene, baukörperlich ablesbare Zugangssituation auf das Schulgelände.
Der Eingang ist dadurch leicht auffindbar und die Schule tritt räumlich in einen direkten Dialog mit dem östlich gelegenen Kindergarten.
Der Weg zum Haupteingang der Schule wird geführt und begleitet vom westlichen Baukörper.
Im Schulhof angekommen, wird die Bewegung vom anderen Gebäudeteil fortgeführt und schließlich aufgenommen und umgewendet.
Gleichzeitig entsteht durch die Öffnung der beiden Bauteile eine intensive Blickbeziehung zum Volkspark hin.
Im räumlich geschützten Schulhof befindet sich der Haupteingang zum Foyer.
Die Landschaft des Parks wird durch eine Verglasung ein Teil des zentralen Raumes.
Die große Aula und der kleine Saal sind direkt an das Foyer angebunden.
Durch verschiebbare Türelemente können alle drei Räume zu einem großen Raum zusammengelegt werden.
Auch der Speisesaal, die Küche und der Hauswirtschaftsraum befinden sich in unmittelbarer Nähe des Foyers.
Im Erdgeschoss sind die gewünschten Therapieräume angeordnet. Sie verfügen über einen eigenen Eingang, um eine separate Nutzung zu ermöglichen.
Direkt am Anfang des Schulweges befinden sich die Schulverwaltungsräume und der optimal gelegene Raum des Hausmeisters.
Der Musikraum liegt unmittelbar über dem Eingangsbereich im 1. Obergeschoss.
Zusammen mit dem Vorbereitungsraum formen die beiden Räume den gewünscht niedrigen Zugang vom Foyer zur Aula.
Ein großzügiger Luftraum und eine vertikale Erschließung verbinden Musikraum und Aula. Dadurch wird das differenzierte Raumgefühl gestärkt.
Im 1. Obergeschoss befinden sich außerdem die Eurythmieräume, die Fachklassen und die Lehrerräume.
Alle Klassenräume und Werkräume sind in dem anderen Gebäudeteil untergebracht.
Sowohl für den Klassenraumbereich als auch für den Werkbereich gibt es eigene Eingänge vom Schulhof.
Die Räume für die vier ersten Klassen sind im Erdgeschoss mit direktem Zugang zum Staudengarten.
Jede Klasse hat in dem Erschließungsgang ein Sitzfenster mit Blick zum Freibereich vor der Schule. So können vorbeigehende Menschen beobachtet und das Sonnenlicht hereingelassen werden, ohne dass der Schallschutz zum Süden hin beeinträchtigt wird.
Ganz hinten sind die Werkräume untergebracht. Sie bilden sozusagen den östlichen Abschluss des räumlichen Gefüges und umschließen einen gemeinsamen Werkhof, in dem die jungen Menschen ungestört ihre handwerklichen und schöpferischen Kräfte ausleben können.
Hier hat auch der Gartenbau sein Refugium mit einem Wintergarten und direktem Zugang zum Schulgarten und der Parklandschaft.
Im 1. Obergeschoss befinden sich alle weiteren Klassenräume sowie Handarbeitsräume, Buchbinderei und Malraum.
Auch diese Räume können den gemeinsamen Freibereich auf kurzem Weg erreichen.
Im Zwischenbereich der beiden Baukörper findet der Hausmeister seine Wohnung mit eigenem Zugang im 1. Obergeschoss.
Darunter liegt der zur Landschaft angeordnete Meditationsraum und einer von den beiden Zugängen der Sporthalle.
Die Sporthalle ist zwischen den beiden Baukörpern unter dem Schulhof angeordnet.
Die andere Erschließung erfolgt über das Foyer, während das Treppenhaus des Klassenraumgebäudes lediglich als Fluchtweg angedacht ist.
Die Sporthalle wird von oben belichtet und mechanisch be- und entlüftet.
In den Abendstunden sorgt die Beleuchtung der Halle für eine lebendige Stimmung des Schulhofes und gleichzeitig optimale Belichtung des Außenraumes.
Alle Räume sind logisch angeordnet. So weit es geht, haben wir versucht, in allen Räumen eine Doppelnutzung zu ermöglichen.
Die einfache Struktur der Schulgebäude ist überschaubar und für Schüler und Lehrer gleichermaßen leicht zu begreifen.
Diese Behauptung möchten wir auch wörtlich - im Sinne einer taktilen Qualität - umsetzen. Deshalb sind alle ausgewählten Materialien natürlich und angenehm anzufassen.
Beide Bauten sind als Massivbauweise mit Wärmeschutz und Vorsatzschale konzipiert.
Die Vorsatzschale des Hauptgebäudes sehen wir aus Backstein vor, während die Vorsatzschale des Klassengebäudes in grob gehobelter, farbig lasierter Lärche vorgesehen ist.
Alle Fenster, Türen und Böden der Klassenräume sind aus Eichenholz.
Durch den Einsatz von schweren Materialien und gleichzeitiger Reduzierung der Fensterflächen auf das notwendige Maß wird ohne technische Anlagen zu allen Jahreszeiten ein angenehmes Raumklima erreicht.
Die vorgeschlagenen Vorsatzschalen sichern zudem niedrige Unterhaltskosten und dauerhafte Schönheit.
Der Bereich der Flachdächer eignet sich sowohl für die einfache Anordnung von Sonnenkollektoren als auch zur Grauwassernutzung.
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Die Michaelischule liegt im Volkspark, aber auch neben dem sechs Meter höherliegenden Bahndamm und ist somit einer extremen Lärmbelastung ausgesetzt.
Unser Entwurf verfolgt in seiner Anordnung und der räumlich – funktionalen Disposition das Ziel, die Vor- und Nachteil des Standortes zu erkennen um optimale Lern- Lehr- und Aufenthaltsqualitäten zu schaffen, einen Lebensraum, der zu allen Tageszeiten und Gelegenheiten die Schüler und die Schulgemeinschaft zum Verweilen einlädt.
Erschließung:
Die zur Verfügung stehenden Grundstücke werden durch den Vorgebirgswall getrennt, ein geordnetes Erschließungskonzept soll die Trennung überbrücken:
Rad,- und Fußweg werden vor dem Schulgebäude getrennt geführt, der Fahrradstellplatz (100 Stpl.) liegt als Spange dazwischen.
Mit einem Wendekreis vor dem „Michaeliplatz“ der Schule endet der Autoverkehr.
Für Schüler, die mit PKW befördert werden, bestehen Haltemöglichkeiten neben dem Fußweg in Fahrtrichtung zur Stadt.
Die unmittelbare Zufahrt zu den Parkbuchten (32 Stpl.) reduziert den Fahrverkehr vor dem Schulgelände.
Diese Entflechtung verbindet die beiden Grundstücke, für Schulgarten und Schulgebäude und garantiert eine Aufenthaltsqualität auf dem Michaeliplatz,
auch zu Hauptverkehrszeiten.
Städtebauliches Konzept:
Das Schulgebäude wird auf dem nördlichen Grundstück so angeordnet, dass der Baukörper gegen den Bahndammbogen einen Schallschutz für den Schulhof und den Unterricht bildet.
Alle Funktionsräume sind nach Norden orientiert
In Verlängerung des Michaeliplatzes bildet ein kleiner Werkhof (Werken, Ausstellungen) den Eingangsbereich zur Schule.
Schule als Lebenswelt und nicht als Lehranstalt, Schule als Zirkus und Erfahrungsort ist das zentrale Thema unseres Entwurfs.
Zirkus, Theater, Konzert, Pausenaufenthalt und Sport sind im Erdgeschoss so angeordnet, dass eine flexible vielfältige Nutzung ermöglicht wird.
Wie bei der Quadratur des Kreises formen die sich scheinbar widersprechenden Formen eine Mitte und geben der Michaelischule ihr unverwechselbares Haus.
Als Schutz vor der Schallbelastung von außen ergibt sich die kompakte Anordnung in der Mitte der Schule, die sensiblen Nutzungen wie Sprechtheater und Konzerte werden so möglich. Die bauphysikalischen Berechnungen zeigen, dass das Zwiebelprinzip oder die Puppe in der Puppe die einzige Antwort auf die extreme Lärmbelastung insbesondere den tiefen „Rumpel“-Frequenzen darstellt.
Eine mobile schalldämmende Trennwand, die im Kreis geführt werden kann, ermöglicht die unterschiedlichen Nutzungen im Zentrum.
Im Saal schlagen wir eine zusammenfahrbare Tribüne mit gepolsterten Klappsitzen vor, wodurch sich weitere differenzierte Raumnutzungen ergeben, insbesondere für den Unterrichtsbetrieb mit Theater- und Konzertproben sowie Kulissenbau.
Alle Klassenzimmer sind in einbündiger Anordnung nach Norden angeordnet und somit optimal schallgeschützt und blendungsfrei belichtet.
Die Klassen 1-4 befinden sich im EG mit direkt zugänglichem Freibereich, die Klassen 5-9 im OG mit Außentreppen zum Pausenhof und die Klassen 10- 13 auf der Sporthalle und dem Saal mit eigener Dachterrasse. Die Flure sind zum differenzierten Unterricht ausgeformt und nutzbar, da feuerpolizeiliche Rettungswege direkt ins Freie führen.
Die Räumlichkeiten für die Mittagsbetreuung nutzen den Geländeversprung im Nordosten des Schulhofs der Blick ist in den Volkspark orientiert.
Konstruktion:
Die Primärkonstruktion sieht Stahlbetondecken vor, die auf den Außenwänden und Stützen aufgelagert ist, sodass eine optimale Variabilität für die (auch in späteren Jahren) gewünschte räumliche Anordnung und Ausformung der einzelnen Nutzungsbereiche gegeben ist.
Die Dächer sind als extensiv begrünte Betondecken ausgebildet, um ausreichend Schallschutz zu gewährleisten und zur Optimierung des Raumklimas.
Elemente und Gliederung der Freibereiche:
Eine Freiluftbühne unter einem Zelt mit Platz für Veranstaltungen und Feste in unmittelbarer Nähe des Hauptzugangs zum Schulhof.
Spiel und Aufenthaltsbereich für die Unterstufe im Nahbereich der zugehörigen Klassen 1- 4.
Spiel- und Aufenthaltsbereich für die Mittelstufe, im Bereich der nördlichen Hofmauer. Hier befinden sich Kletterwand und Kletternetz mit Balancierelementen und Sitzmöglichkeiten.
Die Treppenläufe zu den Klassen der Mittelstufe sind eingepflanzt mit Rankgewächsen und jeweils einem Baum. Dazwischen Spielinseln mit Geräten für vielseitige Bewegungsarten, wie Klettern, Schaukeln, Hangeln und Balancieren.
Seitlich befinden sich Gerätespiele auf „weichem“ Untergrund ( Sand, Kies, Rindenschrot, etc.),
Bereiche für Bewegungsspiele und Veranstaltungen sind gepflastert.
Zusätzlich zu den Dachgärten für die Oberstufe befinden sich
Rückzugsbereich auf den Sitzstufen des Schulhofs
Für die Lehrer und die Hausmeisterwohnung gibt es separate Dachterrassen auf den begrünten Dächern.
Ein bepflanzter Laubengang führt in den Schulgarten, der eingezäumt und eingepflanzt ist. In der nördlichen Hälfte, ein mehrfach zu nutzendes Kleinspielfeld als Außen-Sportfläche.
Energie, Belichtung, Beleuchtung
Bei Schulen gibt es drei prinzipielle Themenbereiche, die es mit einem integralen Energiekonzept zu lösen gilt:
- Minimierung Energiebedarf, mit Hauptenergieverbraucher
Kunstlicht und Heizung
- Begrenzung der sommerlichen Raumtemperaturen
- Sicherstellung der Luftqualität, insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen
Aufgrund von Zugerscheinungen oder auch aus Lärmbelästigung bleiben – vor allem im Winter – in Schulräumen während des Unterrichts die Fenster geschlossen. Dies hat zur Konsequenz, dass am Ende einer Unterrichtseinheit die Luftqualität unzumutbar ist und ein konzentriertes Arbeiten unmöglich macht. Alternativen zur „Pausenstoßlüftung“ führen häufig zu einer signifikanten Erhöhung der Kosten in Bau und Betrieb des Gebäudes.
Ziel des Klimakonzepts ist es, mit minimalem Aufwand in Bau und Betrieb des Gebäudes, die Luftqualität sowie thermische Bedingungen und die Lichtverhältnisse zu optimieren.
Winterfunktion
Die Fassade wird mit Lüftungsflügeln ausgestattet. Die Lüftungsflügel sind 2-stufig kipp- bzw. klappbar. Unabhängig davon werden die Klassenräume über einen Erdkanal mit der erforderlichen hygienischen Grundluftmenge versorgt. Die vorgewärmte Frischluft vermischt sich mit der am Heizkörper aufsteigenden Warmluft. Die Abluft wird über einen angeschlossenen Solarkamin abgeführt. Der Antrieb erfolgt natürlich aufgrund der Dichtedifferenzen zwischen Ab- und Außenluft. Dadurch kann sowohl die Luftqualität als auch Zugfreiheit sichergestellt werden. In den Pausen kann über die Lüftungsflügel zusätzlich stoßgelüftet werden.
Sommerfunktion
Der Erdkanal bewirkt im Sommer eine Vorkühlung der Außenluft. Eine weitere Verbesserung der Raumkonditionen wird durch die thermische Aktivierung der Betondecke erreicht. Der zentrale Bereich wird nicht abgehängt und bleibt so thermisch aktiv. Nachts wird der Raum mit kühler Nachtluft durchströmt und die Decke thermisch entladen.
Energiekonzept
Passive Maßnahmen, d.h. die Nutzung von solaren Gewinnen führen in Verbindung mit einem guten Dämmstandard zu einer Minimierung des für den Betrieb des Gebäudes erforderlichen Energieeinsatzes. Die nach Norden orientierten Klassenräume und der teilweise transparente südliche Erschließungsbereich sind die Grundlage eines energieoptimierten Betriebs. Das natürliche Lüftungskonzept ermöglicht es, bei guter Luftqualität den Lüftungswärmeverlust zu reduzieren. Eine mechanische Lüftung wird vermieden. Die Kompaktheit der Gebäudeform kombiniert mit einem erhöhten Wärmeschutz (ausgeglichener Glasanteil) führt zu einer Minimierung des Heizwärmebedarfs.
Der transparente Anteil sowie Fassaden-/ Sonnenschutzausführung ist bezüglich der Anforderungen an Tageslicht/ Blendschutz optimiert. Zusätzlich wird aufgrund der beidseitigen Belichtung über die Erschließungsbereiche eine optimale Tageslichtversorgung ermöglicht.
Aufgrund der massiven Konstruktion wird eine sommerliche Überhitzung vermieden.
Die natürliche Entwärmung der Räume über Nacht sorgt tagsüber für ein angenehmes Raumklima.
Die Nutzung des Erdkanals für das Auditorium, den Zirkus und die Sporthalle macht ihn zu einem zentralen Element, der die Versorgung dieser Bereiche mit vorkonditionierter Luft ermöglicht. Diese Bereiche werden über einen Ventilator versorgt, der aufgrund der geringen Druckverluste im System nur einen geringen Strombedarf aufweist.
Dieses Konzept gewährleistet bei geringen baulichen Investitionskosten eine ökologisch nachhaltige Betriebsnutzung.
Der zu erwartende Heizenergiebedarf liegt bei 20 kWh/ (m²a), dies entspricht einem sogenannten 2l-Haus,
die Betriebskosten für Beleuchtung werden durch die Konzeption der beidseitigen Belichtung
um 30% reduziert auf ca 11 kWh/ (m²a).
Nutzerbeteiligung:
Wir halten eine Beteiligung der Baufamilie am weiteren Entwurfsprozess für unverzichtbar und sehen in der vorgeschlagenen Bauweise beste Voraussetzungen für eine zügige Partizipation möglichst vieler.
Aus baubiologischen Gründen schlagen wir vor die nicht tragenden Wände weitgehend aus Lehm zu errichten.
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Idee:
Schützende Hülle, Orientierung aller Unterrichtsräume zum Park, Analogie des gefalteten Zollstocks.
Einbindung und Kontext:
Der mehrfach „gefaltete“ Baukörper öffnet sich zum Park und bildet differenzierte Gebäudevolumen aus. Die Schule umgreift den Pausenhof und Schulgärten mit einer schützenden Geste.
Der Baukörper (2 Vollgeschoße nach LBO NRW) nutzt den Geländeverlauf aus und öffnet sich nach Nord-Osten hin mit einem Gartengeschoss zum Volksgarten. Die differenzierten Gebäudeteile reagieren auf landschaftliche Situationen im Park und ermöglichen reizvolle Ausblicke.
Wege und Erschließung:
Der Eingang der Michaeli-Schule wird an den Verbindungsweg im Nordwesten orientiert, um sowohl vom Volksgarten (KVB-Haltestelle am Eifelplatz) als auch vom Eifelwall leicht erreichbar zu sein.
Die Platzierung des Vorbereichs zwischen Kindergarten und Michaeli-Schule ermöglicht eine Verkürzung des Eifelwalls für den PKW Verkehr und ein Vorziehen der Stellplätze. Der Eingangsbereich liegt dadurch geschützt vom Radfahrerverkehr des Eifelwalls und ermöglicht so gefahrenfreies Ein- und Aussteigen. Vom Eifelwall kommend öffnet sich der Park und gibt den Blick frei auf den Wechsel aus Lichtungen und Bäumen.
Gebäude:
Für einen ungestörten Unterricht werden alle Unterrichtsräume konsequent nach Nordenosten ausgerichtet und damit vom Lärm der Bahntrasse abgeschirmt. Die Klassenräume werden dazu wie ein Zollstock gefaltet.
Durch diese Faltung entsteht eine spannende Abfolge von Unterrichtsräumen und Aufenthaltsbereichen, die als dezentrale „Revierplätze“ von den unterschiedlichen Alterstufen bespielt werden können. Von hier aus kann man über Stege, die große Spielrampe, Emporen, Treppen und Galerien die Schullandschaft entdecken und überblicken.
Zentral am Eingang ist die Aula mit Gymnastikraum und der Küche dem Foyer zugeordnet. Das großzügige Foyer bietet Raum für die Begrüßung der Schüler. Von hier aus erreicht man die unterschiedlichen Unterrichtsräume und „Revierplätze“.
Die Aula als Herz der Schule ist mit einer erhöhten Bühne mit Seitenbühnen, zuschaltbarem Gymnastikraum und ansteigender Decke flexibel für unterschiedliche Aufführungen nutzbar.
Der Therapiebereich und die um ein Geschoss abgesenkte Sporthalle schließen direkt an das Foyer an und sind somit auch für externe Nutzungen leicht zu erreichen.
Vom Foyer aus öffnet sich das Erdgeschoss über eine großzügige Spielrampe in das Gartengeschoss, wo die Klassen 1 – 4 in einem geschützten Bereich untergebracht sind.
Die oberen Klassen sind über Treppen ins 1. OG zu erreichen.
Freiräume:
Aus der Faltung und der Differenzierung der Gebäudevolumen resultiert eine differenzierte Verzahnung mit der Park-Landschaft. Nach Süden reagiert der Baukörper auf die Bahntrasse mit einer schützenden, perforierten Ziegelfassade, die durch Vor- und Rücksprünge die Länge des Grundstücks gliedert. Die unterschiedlichen Höhen der Gebäudekörper bieten weitere attraktive Freiflächen auf den gefassten Dachterrassen über der Sporthalle und über der Aula.
Durch das Ausnutzen des abfallenden Geländes nach Nord-Osten staffelt sich der Pausenhof und der Schulgarten nach unten in Richtung Park. Im Nord-Osten öffnet sich das Schulgelände ebenerdig zum Park.
Architektur und Material
Verwendet werden Materialien, die haptisch erlebbar sind und sich behutsam in den Landschaftraum einbinden. Die materialeigene Farbigkeit soll das Gebäude prägen und sich somit selbstverständlich und harmonisch in den Park einfügen.
Fassade:
Die „äußere Schutzhaut“ der Schule zeigt sich massiv. Ein wärmegedämmtes zweischaliges Mauerwerk bildet den thermischen Abschluss des Gebäudes zum Bahndamm hin.
Altziegel aus dem Abbruch der alten Hallen sowie aus der Einfriedung sollen mit verbaut werden, und erzeugen eine lebendige Oberfläche mit „Geschichte“.
Im Gegensatz zu der massiven „Schutzhaut“, die mit gezielt gesetzten Öffnungen eher geschlossen wirkt, zeigt sich das Gebäude zum Park hin offen und transparent.
Die Klassenzimmerfassade als Pfosten-Riegelfassade aus Lärchenholz, die mit ihrer feingliedrigen Einteilung auf die Maßstäblichkeit der Schüler Rücksicht nimmt, lässt den direkten Blickkontakt mit dem Park zu. Somit kann man aus allen Klassenzimmern die Natur mit ihren unterschiedlichen Stimmungen und Färbungen wahrnehmen. Vorgelagerte Balkone in Bereich der Oberstufe, bzw. der Garten vor den Klassenzimmern der Unterstufen, lassen einen direkten Austritt ins Freie aus dem Klassenraum zu.
Innenausbau:
Die Innenräume der Schule sind ebenfalls von natürlichen Oberflächen geprägt. So wird vorgeschlagen, in den Klassenzimmern ein Massivholzparkett zu verlegen und die Beplankung der Klassentrennwände mit Baufurnierholzplatten zu versehen. Durch Perforation in Teilbereichen der Platten tragen diese, ebenso wie Baffeldecken, zu einer angenehmen Raumakustik bei.
In den Gemeinschaftsbereichen (Eingangsfoyer, Aula und „Schulstrasse“) zeigt sich die massive Klinkerwand auch im Innenbereich. Durch differenzierte Fensteröffnungen wird ein abwechslungsreiches Licht- und Schattenspiel erzeugt, daß den Altklinker in unterschiedlichsten Farbschattierungen zeigt.
Öffnungen im Dach in unterschiedlicher Größe und Form, mit zum Teil farbigen Gläsern bestückt, wecken Assoziationen an ein lichtes „Blätterdach“.
Gebäudetechnik
Belichtung und Belüftung
Alle Räume bis auf die Aula werden ausschließlich natürlich belichtet und belüftet.
Im Brüstungsbereich der Glasfassade integrierte Dauerlüftungselemente lassen Frischluft in die Klassen einströmen. Die Frischluft kann sich über die vor der Glasfassade positionierten Konvektoren erwärmen und so zugfrei in den Klassenraum strömen.
Abluftelemente mit WRG im Dachbereich der „Schulstrasse“ erzeugen einen Unterdruck, der über schallgedämmte Überströmelemente in den Flurtrennwänden die Luft der Klassenzimmer abführt.
Auf aufwendigen Sonnenschutz kann verzichtet werden da die Klassenzimmer nicht nach Süden orientiert sind.
Die Belüftung der Aula als große Versammlungsstätte wird durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung unterstützt. Die Zuluft wird über einen Erdkanal vorkonditioniert und strömt als zugfreie Quellluft an den Seitenwänden in die Aula. Die Abluft wird auf halber Höhe abgesaugt, um ein Luftpolster im oberen Drittel zu schaffen.
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Erläuterungen
Mit der eindeutigen und klaren Vorgabe:
• keinerlei öffentliche Flächen außerhalb des Wettbewerbsgebietes, was ein für das geforderte Raumprogramm extrem beengtes Grundstück bedeutet,
• max. Gebäudehöhe wie Firsthöhe der alten Halle, was nur eine 2-geschossigkeit zulässt,
• verbunden mit der Anforderung an ein äußerst wirtschaftliches Schulgebäude
kommen wir (nach der ersten Vorstellung im Zwischenkolloquium) zu einem großen, kompakten Haus. Die alte Halle lässt sich wirtschaftlich nicht mehr integrieren.
Wir machen aus der Not eine Tugend: wir bauen eine große Schatzkiste mit Sachen drin. Kompakt, umlaufende klare, fast strenge Dachlinien, trotzdem spielerisch, heiter und leicht durch die an Zirkuszeltmasten erinnernden bunt gestrichenen ‚Mikadostäbe, die warme verglaste Holzfassade, die viel vom vielfältigen Innenleben preisgibt und neugierig auf das große Haus macht.
Die heitere Atmosphäre setzt sich nach betreten der Schule fort. Das zentrale Foyer erweitert sich zu einem ovalen Forum mit angrenzender Kleinbühne. Das umlaufende Lichtband unter der überhöhten Decke über dem Oval ist mit (nichtbrennbaren) bunten Stoffen abgehängt (und bei Bedarf abgedunkelt). Forum und mit mobiler Trennwand akustisch und räumlich abtrennbare Kleinbühne können unter Einbeziehung der umlaufenden Galerie im OG zu einer ‚Zirkusarena’ zusammengefasst und für verschiedenste Anlässe bespielt werden. Die Kleinbühne ist mit einer bodengleichen, fest installierten einfachen Hub-Scherenbühne ausgestattet, die bei Bedarf komplett oder in Teilbereichen erhöhte Bühne wird, oder umgekehrt eine ansteigende Bestuhlung ermöglicht - z.B. bei Einbeziehung der großen geschwungenen Treppe als Bühne. Großveranstaltungen finden in der Turnhalle im Untergeschoss statt, dafür wird ebenfalls ein großzügiges Foyer vorgelagert (die Verkehrsfläche liegt wegen der Einbeziehung all dieser nutz- und bespielbaren Flächen über dem üblichen Mittel); das Foyer öffnet sich gleichermaßen zum Gymnastikraum. Geräteraum und Bühnenlager sind sowohl der Sporthalle/Aula als auch dem Gymnastikraum zugeordnet, die mobile Bühne kann leicht über den nebenan liegenden (Großraum)aufzug in die Arena im EG gebracht werden.
Bis auf einen sind alle Klassenräume mit den jeweiligen Nebenräumen zur ruhigen Nordseite zum Park orientiert, die Klassen 1-4 im Erdgeschoss mit angeschlossenem Spielhof.
Die etwas lauteren Werkstätten und Werkräume, alle mit direktem Ausgang zum vorgelagerten Werkhof im EG orientieren wir zur ‚lauten’ Bahnseite, die im OG darüberliegenden Fachräume werden über Lichtbänder zur ruhigen Nordseite belüftet, so dass die (Schallschutz)Fenster zur Südseite während des Unterrichts geschlossen bleiben können. Durch die großen eingeschnittenen Innenhöfe -einer davon als Voliere mit Wasserbecken- werden die Bibliothek, Gymnastikraum und die Malateliers belichtet und abseits vom Bahnlärm natürlich belüftet. Auch die Flure sind damit lichtdurchflutet.
Der Therapiebereich im OG ist von außen separat über die vorgelagerte Terrasse zugänglich, den nach Osten orientierten Heileurythmieraum fassen wir mit dem großen Eurythmieraum zusammen. Der Lehrerbereich im OG nach Westen ist ebenfalls über eine große Freitreppe über die Terrasse zugänglich.
Jeder Bereich im Haus ist über einen Aufzug am Foyer rollstuhlgerecht erreichbar, alle Türen zu Freiräumen und Terrassen sind schwellenlos.
Die Räume für die Nachmittagsbetreuung bringen wir in einem separaten ‚Turm’ neben dem Haupteingang unter (der ggfls. entfallen oder auch später gebaut werden kann). Je Etage ist ein Betreuungsraum, Teamräume sind im DG mit Dachterrasse. Der Turm ist das einzige Gebäudeteil der Schule, das die zulässige Höhe überschreitet.
Der Gartenbauraum liegt sinnvollerweise auf dem Grundstück gegenüber direkt an dem großen Schulgarten, verbunden mit dem überdachten Fahrradstellplatz. Die Hausmeisterwohnung liegt auf dem Gartenbauraum, mit separatem Zugang von der Straße und eigener Adresse.
Freiraum
Die Schule bleibt auf dem vorhandenen Plateau. Die alten Ziegel-Grundstücksmauern bleiben erhalten, werden jedoch auf eine Höhe von ca. 80 cm (über Hofniveau) bzw. ca. 1,20. mtr an der Eingangsseite ‚geschliffen’.. Rund um die Schule entwickeln sich mit umlaufend ganz unterschiedliche Freiraumqualitäten. Der zum Foyer hin mit Glasschiebewänden getrennt Speise- und Schüleraufenthaltsraum mit dem davor liegenden Freisitz verbindet das Zentrum der Schule mit dem Volkspark. Der unversiegelte Spielhof für die Kleineren liegt beschützt auf dem Plateau, mit Sand- und Wasserflächen. Die Freifläche vor den Werkstätten wird durch die zurück geschnittenen Bäume und Büsche vom Weg einsehbar, die Fläche wird zum Skulpturengarten. Der große Schulhof wird mit wenigen, aber prägnanten Elementen bespielt, die zusammen mit den Schülern, Eltern und Lehrern in einem Workshop entworfen und gebaut werden.
Das Tor zum Schulhof bleibt mit der nebenliegenden Tür an der alten Stelle und erinnert an das früherer Gelände. Seitlich wird ein zusätzliches ‚Nebentor’ in die Mauer gebrochen als Anlieferung für die Küche. Der gesamte Verkehr und Anlieferung muss damit nicht das Schulgelände und den Haupteingang kreuzen, auch der Überweg zum Schulgarten und Parkplatz bleibt bis auf die kreuzenden Fahrräder verkehrsfrei.
Konstruktion, Materialität
• KG Stb.-Bauweise, Streifenfundamente
• tragende Längswände gemauert (mit wirtschaftlichen Spannweiten), EG aussen Stb.-Stützen mit Stb.-Überzug
• AußenwändeHolz-Pfosten-Riegelkonstruktion vor der Stb.-Konstruktion, im OG tragend; geschlossene Bereiche wie Brüstungsfelder mit hinterlüfteter Leistenschalung aus Redcedar
• über den Klassenbereichen Holzbalkendecke, 40 cm Zellulosedämmung zwischen den Bindern, überstehende Dachbereiche ebenfalls mit hinterlüfteter Leistenschalung aus Redcedar; Dach mit extensiver Begrünung.
• Zwischenbereiche Stb.-Decke mit Aufdämmung und teilw. extensiver Begrünung
• weitgehend (bis auf notwendige Lüftung) festverglaste Fensterflächen zwischen Pfosten-Riegelkonstruktion, Holzlasur Eiche hell, mit beschichteter 2-fach-Isolierverglasung (U=0,93)
• Ausgestaltung generell: viel Holz, Putz und lasierter Beton, Fußböden Linoleum, Sonderräume (Forum, Kleinbühne, Eurythmieräume, Gymnastik) Parkett geölt
• Ausgestaltung der Klassenräume wird gemeinsam mit Lehrern und Eltern erarbeitet
Ökonomie / Ökologie
• Kompakte, konventionelle Bauweise, A/V Verhältnis 0,24
• ein Aufzug, geringe Wartungs- bzw. Folgekosten
• Flachdächer großteils extensiv begrünt als Ausgleichsmaßnahme für Flächenversiegelung
• Regenwasserablauf auf niedrig liegendere Dachflächen, Sammlung in Zisterne, Nutzung für die Toiletten- und Urinalspülung sowie zur Grünflächenbewässerung
• 4-Liter Haus (KFW 40) durch hochgedämmte Leichtbau-Hüllflächen (Wand und Dach),)
Energieversorgung und Haustechnik
Das Energiekonzept und die Haustechnik sind so konzipiert, dass die Auswirkungen auf die Umwelt auf das unvermeidbare Maß begrenzt werden.
Kernstück dieser Konzeption ist die CO2-neutrale Energieversorgung, es werden weder fossile Brennstoffe noch auf dieser Basis bzw. aus Kernenergie erzeugte elektrische Energie eingesetzt. Statt dessen wird ein Biomasse-Stirling-Blockheizkraftwerk mit Holzhackschnitzeln – nach Möglichkeit aus dem umgebenden Volksgarten – betrieben. Das Blockheizkraftwerk versorgt die Schule mit Strom und Grundlast-Wärme. Wärmeteil- und –spitzenlasten werden aus einer Pufferspeicheranlage bzw. aus einem ebenfalls hackschnitzelgefeuerten Spitzenkessel gedeckt. Stromüberschüsse werden in das öffentliche Netz eingespeist und nach dem „Erneuerbare Energien Gesetz“ vergütet.
Anlagenschema
Aufstellplan (s. Anlage)
Be- und Entlüftung des Schulgebäudes erfolgt mechanisch, um den Schulbetrieb vor der gegebenen verkehrsbedingten Geräuschkulisse abschirmen zu können. Die Zuluft wird zentral angesaugt, über das Kellergeschoß horizontal verteilt und an geeigneten Stellen über vertikale Schächte in die verschiedenen Nutzungsbereiche geführt. Die Abluft wird über die Verkehrsflächen abgesaugt, gesammelt und über ein Rohrregister geführt. Das Rohrregister dient der Wärmerückgewinnung über ein Kreislaufverbundsystem, welches die Wärme der Abluft weitgehend an die Zuluft überträgt.
Die Küche, WCs und Umkleideräume erhalten eigenständige kleine Lüftungssysteme.
Zum Verzicht auf energieintensive Kälteaggregate werden mit hocheffizienten Sonnenschutz-Einrichtungen an den S-, W- und O- Fassaden die äußeren Kühllasten stark begrenzt.
Die Beleuchtung wird bedarfsgerecht geregelt. Hierzu werden an geeigneten Stellen Tageslichtsensoren und Präsenzmelder installiert.
Die Sanitärausstattung erfolgt behindertengerecht und in Standardausstattung. Abgesehen vom Küchenbereich werden an sämtlichen Wasserzapfstellen wassersparende Armaturen eingesetzt.
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Die Schule im Park ...
Wir verstehen die Bebauung dieses einzigartigen Grundstückes als große Verantwortung gegenüber dem Kölner Grüngürtel und den Anwohnern.
Daher haben wir die großen Volumen in die Landschaft eingebettet und
Klassengärten auf dem großen Dach errichtet,
Die oberirdische Zweigeschossigkeit respektiert die Bäume als Höhenmaßstab.
Die Bauform des Ensembles öffnet sich zur Mitte des Volksgartens Richtung Teich.
Die Entrées der Michaeli-Schule ...
Das quer zum Weg gestellte Lehrergebäude fungiert als Hinweis und Hichtungslenker zu den Eingängen des Ensembles.
Der Eingang der Klassenebene als Alltagszugang für Schüler und Lehrer befindet sich
direkt oben am Weg und Parkplatz.
Zu besonderen Anlässen empfängt die Michaelischule ihre Gäste über die breite Torgeste
und die Treppenkaskade des großen Hofes hinunter zu Bewegungsebene, dem „großen Zirkus“.
Das gläserne, zweigeschossige Foyer mit Luftraum verbindet dabei die Ebenen - zweckmäßig und repräsentativ.
Die Bewegungsebene - der große Zirkus ...
... ist Aula, Raum für Sportveranstaltungen, Tanz-, Musik- und Zirkusaufführungen.
Und bietet ein beachtliches Mehrwertpotential!
Durch die Vermietung zu besonderen Veranstaltungen lässen sich die Kosten für die Schule refeinanzieren. Das gebäude würde auch an den Wochenenden ausgelastet, ein moderner wirtschaftlicher Betrieb wäre möglich.
Die Vermietungsanlässe sind vielfältig: Konzert, Theater und Kongress, Karneval oder Kinderflohmarkt.
Und der Raumeindruck des langen Zirkusrundes wäre für Köln einzigartig.
Der jahrgangsbezogene Klassenraum ...
Die Idee des den Schulwerdegang begleitenden Klassenraumes, den die Schüler von Jahr zu Jahr wechseln und der daher von unterschiedlicher Prägung sein sollte, war uns ein besonderes Anlegen. Die Formate der Fenster und deren Lage im Raum variieren.
Bewegte Dächer der Klassenräume sprechen unterschiedlichen Formensprachen - von Faltungen über Wellen und Schalenformen - und fangen den Weg des Sonnenlichtes über den Tagesverlauf.
Die Wohlfühlbedürfnisse verschiedener kindlicher Entwicklungsstufen können in Abstimmung mit der Michaelischule vertieft werden und werden Maßstab bei der Formentwicklung und Innenraum-Materialität: Lehmputz, pastös auf die Wände aufgetragen im Streiflich der Sonne und warmtonige Schiffsdielen am Boden, sowie begleitende Holzeinbauschränke tragen zum guten Raumklima bei.
Die Konstruktion ...
... wird - wo nötig - in Stahlbeton- (Skelett) ausgeführt, mit Lehmziegel oder Wärmeschutzverglasung ausgefacht. Auf die Verwendung baubiologisch unbedenklicher und recyclebarer Baustoffe und Produkte wird besonderer Wert gelegt.
Der haustechnische Betrieb
Eine Wärme und Warmwasserversorgung mit erneuerbaren Energien ist angestrebt:
Sole-Wasser-Wärmepumpe, später ggf. über eine Fotovoltaikanlage gänzlich fremdenergieunabhängig.
Grauwassernutzung ist selbstverständlich.
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S t ä d t e b a u l i c h e r I s t z u s t a n d
Das hier vorgegebene Wettbewerbsgrundstück ist in seiner jetzigen Gestalt und Lage weder eine städtisch zu nennende Situation noch in seiner Einbindung momentan wichtiger Bestandteil des Volksgartens, es verharrt bezogen auf diese unmittelbaren Bezugsfelder eher in einer Art innerer Peripherie und entspricht in seinem Gesamtbild eher der Form eines Hinterhofes des Volksgartens. Bildgebend an diesem Ort ist zum einen die nadelöhrartige Durchwegung in Richtung Volksgarten und weiterer städtischer Grünzüge stadteinwärts und zum anderen die zur Zeit disperate Bebauung der städtischen Betriebshoffläche mit der sie umgebenden Umschließungsmauer. Diese bauliche Form verstehen wir als Barriere im Park mit der unmittelbaren Konsequenz unterschiedlicher Qualitäten im direkten zukünftigen Schulumfeld. Dieser Sachestand führte so zu einer Vorder- und Rückseitensituation mit entsprechend vernachlässigten, unübersichtlichen, angrenzenden Parkbereichen. Gemeinsam mit der stadträumlich wenig klaren Bauform des benachbarten Kindergartens liegt hier ein über den reinen Schulneubau hinausgehender städtebaulicher und parkräumlicher Handlungsbedarf vor.
S t ä d t e b a u l i c h e C h a n c e
Mit dem Bauvorhaben Neubau Michaelischule stehen über die Schulbaumaßnahme hinaus zwei wesentliche Aspekte einer qualitativen Gestaltfindung im Vordergrund, um es vielleicht deutlicher zu beschreiben, sind für das Gelingen eines „Schulortes im Park“ unabdingbar: die Neugestaltung des Parkzugangs und das Heranführen der Parkgestaltung an den Vorgebirgswall, und damit die Aufwertung der unübersichtlichen und vernachlässigten Bereiche. Hier muss also im besten Sinne in einer Wechselwirkung gearbeitet werden, die das jeweilige Gegenüber - Schule und Park - in allen seinen Aspekten möglich macht.
S t ä d t e b a u l i c h e r A n s a t z
Im Dialog dieser Wechselwirkung liegt nun die Idee des hier vorgestellten Entwurfs. Die Entwicklung der Pavillonstruktur mit den ihr eingeschriebenen Höfen und Anknüpfungspunkten an das unmittelbare Schulumfeld
- Gebäude und Außenraum - führt zu einer genau gesetzten Antwort auf die Potentiale dieses Ortes: das Schulhaus als Pavillon im Park. Den grundsätzlich zweigeschossigen, geschwungenen Baukörper haben wir hier neben der Seenfläche und dem Fort Paul mit dem anliegenden Rosengarten als weitere solitäre Gro?form im Kontext der Gartengestaltung entwickelt. Seine allseitige Orientierung und die Verschneidung des Baukörpers in die einzelnen Raumbereiche - unterschiedliche Parkebenen und Baumkronenbereiche - verhindert eine Vorder- und Rückseitensituation. Der klare und weiche Baukörper öffnet den Zugang zum Volksgarten und bereinigt die Unübersichtlichkeit des Ortes. Seine allseitig ausstrahlenden, schulbezogenen Außenräume verschmelzen visuell mit der Parklandschaft: ein Solitär, vom Parkraum umflossen.
G e b ä u d e k o n z e p t i o n
Im Zusammenspiel von Schulhaus und Parkausschnitt in der vielfältigen Gestaltung der Schnittpunkte eben dieser und der damit unmittelbaren Intention der sich darauf beziehenden inneren Struktur, liegt das eigentliche Ziel dieses Projektes: nämlich komplexe und sinnliche Raumerfahrungen zu ermöglichen, in einem offenen Gebäude und dem Versuch einer Neudefinition dessen, was man gemeinhin unter dem Begriff Schule und Schulraum versteht.
Hierbei benutzen wir als Leitbild den Begriff des „Schulhauses als Stadtorganismus“. So sprechen wir in dieser Begrifflichkeit von Stadtelementen wie Plätzen, Strassen, Wegen und Häusern.
Die Plätze sind gleich der Großformen im Park in den organisch geformten Baukörper eingelagert und definieren in ihrer unterschiedlichen Gestalt die Orte in ihrer jeweiligen Besonderheit. Diese Plätze mit den dann klar zugewiesenen Funktionen durchdringen dabei das Schulhaus sowohl in der Ebene des jeweiligen Grundrisses als auch in ihrer Durchdringung des Baukörpers in der Vertikalen, also ein hochkomplexes Raumgefüge. Dabei ist der Fluss und die Positionierung der großen Raumvolumen und der entsprechenden Vertikalkörper, wie die in den teilweise zweigeschossigen Luftraum der Aula eingeschriebenen und die den Eurythmieraum ummantelnden Treppe dargestellt, ein wesentliches Gestaltungsmerkmal.
In der Abfolge von überdachtem Außenraum/Schulplatz, der Sporthalle, der Manege, der Aula und des Eurythmieturms, kombiniert mit den ergänzenden Außenbereichen im Obertgeschoss, sind dabei die unterschiedlichsten Qualitäten von „Stadtplätzen“ angesprochen.
Die Strassen und Wege des Schulhauses sind als fließende, offene Erschließungszonen im Gebäude konzipiert, die sich je nach unmittelbarer funktionsnähe aufweiten oder in ruhigere, abgeschlossene Wegebereiche differenzieren.
Die Häuser sind gleich einer Stadtstruktur in direkter Zuordnung zu den Plätzen und Strassen entwickelt, es entstehen Hausgruppen, die nahe Funktionsbereiche an bestimmten Orten zusammenfassen.
Ein wichtiger Bestandteil bei dieser Gebäudekonzeption mit dem Thema Schulhaus als Stadt ist dabei natürlich der auch durch die baukörperlich bedingte Anlage wichtige Aspekt von wechselweisen Blickbeziehungen zwischen Gebäude und Landschaft.
T r a g s t r u k t u r M a t e r i a l i e n I n n e n g e s t a l t u n g
Die vorgeschlagene einfache Gebäudeform sowie die klare konstruktive Gliederung der Grundform des Kreises und die Verwendung von standardisierten hochwertigen Ausbauelementen lassen eine schnelle und wirtschaftliche Erstellung erwarten. Die Materialwahl für Konstruktion und Ausbau ist auf wenige bewährte Materialien beschränkt und ist aufgrund unserer gewählten Konstruktionsart einer Betonstützentragstruktur im Sinne einer Nachhaltigkeit über den zu erwartenden Nutzungszeitraum flexibel bespielbar, und in dieser Flexibilität liegt die Grundlage für einen möglichst offenen Planungs- und Erstellungsprozess. Aus der einfachen und klaren Tragstruktur ist hier einzig der Bereich der Gründung zu erwähnen: im Bereich des „ionischen Kellerkapitells“ wird hier mit einer 50 cm starken, auf verdichteten Kiespolstern schwimmenden Bodenplatte gearbeitet, der nicht unterkellerte vordere Bereich muss davon getrennt über eine Pfahlkonstruktion gegründet werden
Das Erscheinungsbild der Schule hat auch gerade im Außenbereich mit der unbedingten Haptik der gewählten Materialien zu tun. Eine großteilige Fassade aus Holzfenstern im Zusammenspiel mit der kleinteiligen Grundstruktur einer vertikalen Brettverschalung, überzogen mit einer Darstellung von Farbe, die über die Materialität hinaus eine mögliche Komplexität von Sinneserfahrung beschreibt.
Die Böden aus Linoleum in den Unterrichtsräumen und Holz in den Fluren und Foyerflächen, die Flurschränke aus Holz im Zusammenspiel mit den Oberlichten zwischen Klassenraum und Flur-/Foyerzonen. Die „flexiblen „ Trennwände zwischen den einzelnen Räumen könnten neben einer leichten Ausführung auch optional aus Lehm sein, dies hat allerdings mit der Nutzungsanforderung an z.B. die Klassenraumwände zu tun.
Und die Dachfläche als 5. Fassade besteht aus einer extensiven Grünkonzeption und wird im Zusammenhang mit einer Gesamtplanung in Bezug auf den Park und die nun optisch zusammen geschaltete Grünfläche des umgebenden Volksgartens bestückt.
T G A E n e r g i e k o n z e p t
E n e r g i e s t a n d a r d
Der Gesetzgeber gibt in der Energieeinsparverordnung (EnEV04) Obergrenzen für den zulässigen Primärenergieverbrauch von Gebäuden vor. Für den Neubau einer Schule bedeutet dies einen maximalen Endenergieverbrauch von etwa 95 kWh/m2a für die beheizte Nutz- und Verkehrsfläche. Durch die Optimierung des Baukörpers, d.h. der Fassaden und der Gebäudeform, können Energie-verbrauchswerte erzielt werden, die um etwa 30 % unter der genannten Obergrenze liegen. Weitere Einsparungen lassen sich, unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte, nur über ein Passivhauskonzept mit kontrollierter Lüftungsanlage erreichen. Bei diesem Konzept werden die auftretenden Lüftungswärmeverluste erheblich reduziert, was den Energieverbrauch und damit auch die jährlichen Betriebskosten weiter minimiert.
Unser Projekt für die Michaelischule sieht ein Gebäude im Passivhaus-Standard vor. Für diesen Standard ist ein Endenergieverbrauch von 20 kWh/m2a als Maximalwert vorgegeben. Dieses bereits in zahlreichen Schulen umgesetzte Gebäudekonzept ermöglicht somit eine Reduzierung des Energieverbrauchs auf ein 1/5 der vom Gesetzgeber vorgeschrieben Werte. Zum Erreichen dieses ehrgeizigen Zieles ist eine ganzheitliche energetische Betrachtung des Gebäudes erforderlich, die neben den anlagentechnischen Komponenten auch die Bauweise, den Baukörper selbst und die verwendeten Materialien in den Optimierungsprozess einbezieht.
P a s s i v h a u s k o n z e p t
L ü f t u n g
Die für das Passivhauskonzept notwendige kontrollierte Be- und Entlüftung der Klassenräume gewährleistet optimale raumklimatische und akustische Bedingungen während des laufenden Unterrichts. Bei konventioneller Fensterlüftung führt schlechtes oder unregelmäßiges Lüftungsverhalten im Winter (Zugerscheinungen und Fußkälte!) sehr schnell zu einer schlechten Raumluftqualität mit erhöhten CO2-Werten. Dies verursacht Konzentrationsschwierigkeiten bei Lernenden und Lehrenden. In kontrolliert belüfteten Räumen ist die Raumluft von gleich bleibender, die Aufnahmefähigkeit der Schüler fördernder, Qualität, so dass der Gesetzgeber zur Zeit diskutiert, ob Lüftungsanlagen als allgemeiner Standard für Schulen in Zukunft vorgeschlagen werden.
Die Lüftungsanlage bietet zudem den Vorteil, dass die Räume von äußeren akustischen Einflüssen nahezu unbehelligt bleiben, da die Gebäudehülle nicht zum Zwecke der Raumlüftung geöffnet werden muss.
Das Konzept bedeutet allerdings nicht, dass Fenster nun nicht mehr geöffnet werden dürfen oder können. Beispielsweise kann die Lüftungsanlage so konfiguriert werden, dass in den Übergangsjahreszeiten die Frischluft über die geöffneten Fenster der Klassenräume zugeführt wird, ohne das dies zu einer Verschlechterung der Energiebilanz führt.
kompakte und massive Bauweise
Neben dem oben genannten Energiekonzept sieht der Entwurf einen kompakten, möglichst luftdicht ausgeführten Baukörper vor, der zum Teil in massiver Bauweise errichtet wird. Hierdurch werden zum einen die Energieverluste (durch Transmission und Lüftung) an die Umgebung minimiert und zum anderen die Wärmespeicherfähigkeit maximiert. Die thermische Pufferfähigkeit dämpft die sommerlichen Temperaturspitzen und führt zu einem Raumklima, dass nicht mit zusätzlicher Energie gekühlt werden muss.
Des weiterem leistet die kompakte Bauweise einen Beitrag zur Optimierung der Baukosten, weil die Fassade zu den teuersten Gebäudekomponenten gehört.
S o m m e r l i c h e r W ä r m e s c h u t z
Der sommerliche Wärmeschutz wird technisch über einen außenliegenden Sonnenschutz gewährleistet. Damit werden die äußeren thermischen Belastungen der Innenräume minimiert. Die inneren thermischen Lasten durch die anwesenden Personen können über die Lüftungsanlage abgeführt und durch die massive Bauweise abgepuffert werden. Die Lüftungsanlage ermöglicht es darüber hinaus, das Gebäude im Sommerfall mit kühler Außenluft während der Nacht zu durchspülen, so dass für angenehme Raumtemperaturen am nächsten Morgen gesorgt ist.
E n e r g i e v e r s o r g u n g
Das Gebäude erhält einen Anschluss an die öffentliche Stromversorgung. Die zur Beheizung des Gebäudes und zur Erwärmung des Trinkwassers erforderliche Wärme wird von einer Wärmepumpe zur Verfügung gestellt, die als regenerative Energiequelle das Erdreich nutzt. Die Wärmepumpe wird von einer solarthermischen Anlage unterstützt.
Über eine kontrollierte Lüftung der Innenräume wird der Energieaufwand zum Ausgleich von Lüftungswärmeverlusten minimiert. Die zur Belüftung der Innenräume erforderliche Außenluftmenge wird je nach Außentemperatur direkt angesaugt oder bei geringen bzw. hohen Temperaturen durch einen Erdwärmetauscher geführt. Hier erfolgt eine thermische Vorkonditionierung der Luft, die den nachträglichen thermischen Energieeinsatz im Winter begrenzt und im Sommer ein Überhitzen der Räume reduzieren kann.
Die Michaelischule kann mit oben beschriebenem Energiekonzept einen wesentlichen Beitrag zum Schutz unserer natürlichen Ressourcen leisten. Das Gebäude hat einen vorbildlichen Charakter für zukünftige Projekte dieser Art.
N a c h h a l t i g k e i t u n d Ö k o l o g i e
R e s s o u r c e n v e r b r a u c h
Durch Verwendung ökologischer Baustoffe und einem technischen Konzept, das auf einen minimalen Einsatz von Energie ausgerichtet ist, wird ein Beitrag zum nachhaltigen Bauen und zum schonenden Umgang mit unseren begrenzten Ressourcen geleistet. Dieses Thema ist bereits jetzt sehr wichtig, wird aber ganz besonders die kommenden Generationen beschäftigen. Durch die Modellwirkung der Passivhaus-Schule wird geholfen, die Schüler für diese Themen zu sensibilisieren.
M a t e r i a l u n d K o n s t r u k t i o n
Materialien wie Holz und Lehm haben hinsichtlich ökologischer Kriterien die mit Abstand besten Werte. Die Errichtung eines Holzbaus benötigt im Vergleich zu einem Massivbau ca. 50% weniger Primärenergie (dementsprechend auch weniger CO2 Emissionen). Mit der eingesparten Energie könnte man ein Gebäude nach EnEV04-Standard ca. 5-10 Jahre beheizen, ein Passivhaus bis zu 25 Jahre! Leider erfüllt ein reiner Holzbau nicht das für eine Passivhausschule gewünschte Kriterium der massiven Bauweise.
Für die Michaelischule wird deshalb eine Bauweise aus verschiedenen Materialien (bspw. Beton, Holz, Lehm, Ziegel) vorgeschlagen, das eine optimale Lösung hinsichtlich Ressourceneinsatz, Massivität und Langlebigkeit (Gebäudelebenszyklus) darstellt. Die Skelettbauweise gewährleistet darüber hinaus maximale Flexibilität und ermöglicht den Einsatz unterschiedlicher Materialien zum Füllen der Zwischenwände. Hier können gezielt unterschiedliche Raumwirkungen durch den Einsatz unterschiedlichster Oberflächen erzeugt werden.
D ä m m s t o f f e
Als Dämmstoffe werden Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen, aus Mineralfasern oder aus Erdöl angeboten. Aus ökologischer Sicht stellen Cellulose-Flocken eine konkurrenzfähige Alternative zu „konventionellen“ Dämmstoffen dar. Ansonsten sind Mineralfaser den Erdölprodukten vorzuziehen. Für den erdberührten Bereich ist Glasschaum eine teure aber dauerhafte Alternative gegenüber extrudiertem Polystyrol (XPS).
G e d a n k e n z u F a r b e u n d R a u m
F a s s a d e
Farben, das heisst immer auch zu tun zu haben mit Temperamenten unterschiedlichster Menschen; mit einem Ort und dem Licht der Jahreszeiten sowie künstlich erzeugter Helligkeit.
Unsere Intentionen von Farbe sind als Anregungen zu verstehen: Ansätze für das Gespräch mit der Bauherrschaft, den Betreibern, Nutzerinnen sowie Interessenten eines harmonischen Ortsbildes.
Grün innerhalb einer Landschaft wird nie nur ein Grün sein können. Gebäude in Parkanlagen sind eingebettet in einem fast unendlichen Spektrum lebendigsten Grüns: von lichtem Gelb über »Grün« bis hin zum tiefen Braun; gemischt mit Rot-, Blau- und Grautönen.
So lebt das Grün im dumpfgrauen Winter licht, wie als Erinnerung weiter. Und im Sommer vermag es sich farblich ins volle Laub einzumischen, sozusagen eine erdverbundene Heiterkeit.
K l a s s e
Fussböden, ob Holz oder Kautschuk sowie Linoleum können eingefärbt »Träger« der Farbe in Klassenzimmern sein.
S y s t e m u n d K o l o r i t
Die Farbkonzeption spielt sich auf zwei Ebenen ab: der kognitiven und der emotionalen. Über die erstere lässt sichs dabei um einiges leichter verhandeln, geht es doch um Handfestes wie den Ort, die Auswahl der Flächen, das Material – kurz das Farbsystem. Bei den Farbklängen, der Koloritgebung hingegen bewegt man sich im emotionalen Bereich. Hier wird der gegenseitige Austausch erschwert, da es um Eindrücke geht, die nicht über den Verstand gesteuert werden: Das Gefühl sagt einem, ob etwas stimmt oder nicht.
Das Ziel dabei ist beide Ebenen miteinander in Einklang zu bringen.
R o t w i e B l u t, w i e Z o r n, w i e S c h a m, w i e L i e b e …
Über Farben reden, wenn alle ihre eigenen Farberfahrungen haben; das gleiche meinen, wenn man, beispielsweise, von Rot spricht, ist oft eine verfängliche Angelegenheit. Rot steht bei uns für so manches: Blut, Herz, Liebe, Zorn, Aggression, Belebtheit, Scham, Stopp und dergleichen. Jede Farbe vermag mit den ihr zugeschriebenen Bedeutungen das gesamte Spektrum von positiven und negativen Aspekten abzudecken.
Aber, erleben wir die Farben so? Oder glauben wir nicht eher, sie so zu kennen? Farben können unsere Wertungen beeinflussen, ohne dass das unmittelbare Farberlebnis eine Rolle spielt. So kommt es, dass Gleiches anderswo anders gilt.
In der Arbeit mit Farbe gehen wir von der unmittelbaren Farbwirkung aus; nicht von deren Bedeutungen oder kulturellen Einbettungen. Zudem wissen wir, dass die Farben im und am Gebäude, je nach Licht und Raum, Tages- und Jahreszeiten, sich unendlich zu ändern vermögen.
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