Via Sacra. Ein Pilgerweg der anderen Art

Band 3 der Edition hdak

hdak-Edition. Band 3: Via Sacra. Ein Pilgerweg der anderen Art.
hdak-Edition. Band 3: Via Sacra. Ein Pilgerweg der anderen Art.

Stadtumbau in kleinen Schritten geschieht ständig – in der Regel unbemerkt, und all zu oft mit wenig Gespür und Phantasie. Niemand schaut hin und so geht Tag für Tag in einem Prozess schleichender Erosion das verloren, was den Reiz unserer gewachsenen Städte ausmacht: die Vielfalt der Lebensräume, der Nischen, in denen Unzeitgemäßes überdauert, Zukunft ausprobiert werden kann, in Spuren Vergangenheit lebendig bleibt und Kontinuität erfahrbar wird. Die großen baulichen Zeugen unserer kulturellen Vergangenheit werden Monumente, isoliert und museal, wenn sie dieses vielfältige Umfeld verlieren. Der Veränderungsdruck in den Innenstädten ist groß und es bedarf des gezielten Willens und eines langen Atems, ihn in behutsame Bahnen zu lenken. Das ist ganz und gar nicht ein Plädoyer für ängstliches Beharren oder angepasste Rekonstruktion. Vielmehr geht es darum, im Einzelfall sorgfältig und innovativ nach der Lösung zu suchen, die der Vergangenheit den Weg in die Zukunft weist – und dabei den Zusammenhang wahrt.

Das Projekt „Via Sacra“ will die Aufmerksamkeit auf das städtebauliche Umfeld der großen sakralen Bauten richten, die nicht zuletzt dank des Wiederaufbaukonzeptes von Rudolf Schwarz noch immer Mittelpunkte lebendiger Innenstadtviertel sind. Zur Zeit ist es eher ein Überleben auf niedrigem Niveau im Windschatten der Bereiche, die spektakuläre und tiefgreifende Veränderungen erfahren. Das Umfeld von St. Gereon ist bereits von solch einem radikalen Wandlungsprozess betroffen und es zeigt sich, dass rein defensive Maßnahmen wie das Höhenkonzept nicht ausreichen. Das übergreifende städtebauliche Leitbild, das auch dieses großflächige Projekt in einen Bedeutungs-Zusammenhang stellt, fehlt. Es reicht nicht, die Einbettung an den Übergängen zu bearbeiten, Maßstäblichkeit und Nutzung im Umfeld dieses spätantiken Bauwerks als abgenötigte Verpflichtung zu betrachten. Der Ansatz des Via Sacra Projektes ist es, darauf hinzuweisen, welche Möglichkeiten sich auftun, wenn die Stadt Köln sich entschließt, mit ihrem baukulturellen Erbe zu wuchern und ihre einzigartigen Bauwerke als leuchtende Fixsterne im „Häusermeer“zu begreifen und überzeugend miteinander zu verknüpfen.

Wir hoffen, dass diese kleine Broschüre eine greifbare Vorstellung davon vermitteln kann, dass die „Via Sacra“ nicht nur eine schöne Idee ist, sondern ein umsetzungsfähiges Konzept, für das sich der Einsatz lohnt. Das Haus der Architektur Köln und die beteiligten Partner bedürfen dazu Ihrer Unterstützung.

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