Architektur lebt! Sie prägt unseren Alltag, schreibt sich in Erinnerungen ein und verändert sich mit den Menschen, die sie bewohnen, nutzen, verlassen oder neu für sich entdecken. Gebäude sind weit mehr als bloße Kulissen: In ihnen spiegeln sich soziale Utopien, politische Ideale und persönliche Lebensgeschichten – ebenso wie die Spuren von Wandel, Konflikt und Vergänglichkeit.
Die vier Filme in der aktuellen Ausgabe der Reihe „Architektur & Film“ zeigen Architektur als etwas Lebendiges: Sie wird bewohnt und verlassen, angeeignet und verändert, bewahrt und infrage gestellt.
Der Dokumentarfilm „Wem gehört mein Dorf?“ ist ein persönlicher Film über das Wesen der Demokratie. Zwischen weißer Bäderarchitektur und sanftem Meeresrauschen zeigt Regisseur Christoph Eder am Beispiel seines Heimatorts, dass politische Mitbestimmung nirgendwo so unmittelbar ist wie in der Lokalpolitik. Im Mikrokosmos des Ostseebads und seiner Bewohner werden Themen verhandelt, die weltumspannend Brisanz haben und kapitalistische Interessen gegen das Gemeinwohl stellen: Ausverkauf der Kommunen, Gentrifizierung, Strukturwandel, Turbo-Tourismus, Naturschutz. Der Film zeigt, dass Veränderung im Kleinen beginnen und dabei große Wellen schlagen kann.
Buch & Regie: Christoph Eder | Deutschland 2021