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Aktuelles | 07.10.2026

06.10.26 Nachbericht: „Die Kölner Philharmonie: notwendige Erneuerungen statt Totalsanierung?“

Technik erneuern, Betrieb erhalten – ein Baukulturgespräch mit Godfrid Haberer

In der gestrigen Veranstaltung stand ein Thema im Mittelpunkt, das die Stadtgesellschaft seit Monaten bewegt: die Zukunft von Philharmonie und Museum Ludwig. Im Kubus des hdak sprach der Architekt Godfrid Haberer, dessen Büro die Philharmonie entworfen hat, über die Frage, ob es wirklich eine Generalsanierung braucht. Moderiert wurde der Abend von Roland Schüler.

Haberers Kernthese war deutlich: Beide Häuser seien voll nutzbar und über die Jahre gut instand gehalten worden. Nötig sei vor allem die Erneuerung der Haustechnik. Er schlug vor, zunächst gemeinsam mit den Fachleuten des Hauses und möglichen Firmen den Bestand zu erfassen, alle Mängel zu sammeln und nach Dringlichkeit zu ordnen. Danach könne die Technik Schritt für Schritt erneuert werden, bevorzugt in den Sommerpausen und bei laufendem Betrieb der Häuser.

Entscheidend sei dabei die Organisation. Haberer plädierte für eine verantwortliche Projektleitung in der Gebäudewirtschaft mit klarer Zuständigkeit für beide Häuser. Ein kleiner Sonderausschuss des Rates solle sie begleiten, wie es schon beim Bau der Philharmonie hilfreich gewesen sei. Den Hinweis, die Gebäudewirtschaft könne frühestens 2030 beginnen, wollte er nicht hinnehmen. Er wünschte sich einen Projektstart bereits Anfang 2027.

Ausdrücklich als Hilfe bezeichnete Haberer den Denkmalschutz. Er sichere Besonderheiten wie die Konstruktion und die Akustik des Saals, die nach heutigen Vorschriften nicht mehr in dieser Form genehmigt würden. Zugleich warnte er davor, die Anforderungen immer weiter hochzuschrauben, etwa durch Nutzer, Restaurierung oder Brandschutz. Sonst werde aus der Erneuerung doch eine Generalsanierung, die einem Neubau nahekomme.

Der Abend zeigte, wie viel Erfahrung aus der Entstehung dieser Bauten für die heutige Debatte nutzbar ist. Zugleich blieben Fragen offen, vor allem zu Kosten, Zeitplan und zum Stand des Denkmalschutzverfahrens. Sie sollten im Gespräch mit Verwaltung, Politik und Betreibern weiterverfolgt werden. Frau Prof. Dörte Gatermann dankt Godfrid Haberer, Roland Schüler und allen Gästen für den lebendigen Austausch.

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