Den Anfang machte das Team mit der Arbeit „Bridging the Gap".
Der Entwurf nutzt einen Umstand, der sonst kaum auffällt: Der Weg unterhalb der Brücke wird mittig von einer rund zwei Meter breiten Fuge durchzogen. Statt sie zu schließen, macht die Arbeit sie zum Thema. Auf beiden Rheinseiten führen Spindeltreppen hinab zu den Pfeilern – jenen Auflagern, auf denen die Brücke im Wasser steht. Ein Ort, den man sonst nur von weitem sieht und der plötzlich betretbar wird: um den Schiffen zuzusehen, um den Fluss aus einer Perspektive zu erleben, die es in Köln so bisher nicht gibt.
Die beiden Pfeiler bleiben dabei bewusst unverbunden – der Schiffsverkehr soll ungestört bleiben. Um die Trennung dennoch zu überbrücken, hat das Team eine Art modernes Schnurtelefon installiert, über das man sich von Ufer zu Ufer verständigen kann. Eine Idee mit Witz, die den Titel der Arbeit ganz beiläufig einlöst.
Linksrheinisch, auf Altstadtseite, lädt eine lange, ganz schlicht gehaltene Sitzbank zum Verweilen ein. Die Spindel dieser Seite ist zugleich die spielerischste: Ihre Reling besteht aus Klangstäben, mit denen sich interagieren lässt, und in ihrer Mitte hängt ein großes Pendel, das auf die Schwingungen der Brücke und des darüber rollenden Verkehrs reagiert – und das man ebenso selbst in Bewegung bringen kann. Rechtsrheinisch sorgt eine Wasserfontäne für Vergnügen und an heißen Tagen zugleich für ein besseres Klima unter der Brücke. Ergänzt wird sie dort durch einen Kiosk und ein WC – Letzteres in Köln bekanntlich Mangelware. Am Kiosk lassen sich Sitzkuben ausleihen, um vor Ort zu verweilen.
Ein durchdachtes Detail ist die Beleuchtung: Sie inszeniert nicht nur die Fuge, sondern bringt Licht in eine nachts eher düstere Unterführung – aus einem Angstraum wird ein Ort, an dem man sich aufhalten mag.
Im Anschluss entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Der Entwurf arbeitet durchgehend mit der Brücke selbst – und je genauer man sich die einzelnen Situationen und ihre Nutzung vorstellte, desto interessanter wurden sie. Genau das hat überzeugt. Susanna Häck, Jurymitglied und Initiatorin der Auszeichnung, würde sich eine Realisierung sehr wünschen: An einem sonst übersehenen und ungenutzten Ort könnte so ein echtes Highlight für die Stadt entstehen.