Wenn viele sich streiten, freut sich der Dom. Kriege, Machtkämpfe, dubiose Erbfolgen, Seuchen, Baukatastrophen: all das fördert sein Wachsen. Wird es still im Schatten des Doms, fällt auch er in einen Dornröschenschlaf, statt Turmspitzen wacht ein hölzerner Kran über Köln. Glücklicherweise kommen neue Herrscher und vollenden den Dom, schöner als je geplant.
Doch wer baute den Dom? Wer erfand den Spitzbogen? Wer brach das Licht? Der Kölner Dom, ein internationales Gemeinschaftswerk, freiwillig wie unfreiwillig, von der Idee bis zum Mauerwerk: Mittelalterliche Mauerwerksfugen – Uneffektiv. Preußische Mauerwerksfugen – Effektiv. Es rattern die Setzmaschinen Nr. 2, 4, 5, 7…
Und d‘ Kölsche Jungs und Mädche? Gehen sie durchs Veedel, ist der Dom am funkele, ist da und wieder nicht. Doch wie die Wasserspeier in schwindelerregenden Höhen sieht Gott alles, und so tragen die Menschen in Köln ihren Dom im Herzen. Alle? Ja, alle, auf ihre jeweils eigene Art. Denn jede Jeck is anders.
Nach "Verrückt. Der Comic zum Berliner Schloss" hat der Comiczeichner und Architekt Sebastian Strombach sein nächstes Großprojekt abgeschlossen: In „Jeck“ zeichnet er die Geschichte des Kölner Wahrzeichens vom Jahr 0 bis heute - und wichtige Etappen der Kölner Stadtgeschichte und -entwicklung gleich mit.
Andreas Platthaus ist Journalist, Schriftsteller und Autor mehrerer Bücher über Comics. Er arbeitet als Redakteur und stellvertretender Feuilletonchef bei der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Seit Februar 2016 ist er dort Chef des Ressorts "Literatur und literarisches Leben".
„Jeck“ wurde 2025 vom Deutschen Architekturmuseum in Frankfurt mit dem DAM Architectural Book Award ausgezeichnet.
Moderation: Ulrike Toprak
Dienstag, 21. April 2026, 19:00 Uhr | Zentralbibliothek Köln | Haus der Architektur Köln e.V. -Jeden Dienstag, 19 Uhr – eine Stunde Baukultur | Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich