Öffentliche Toiletten sind ein blinder Fleck der Architektur und Stadtplanung – obwohl sie grundlegende Infrastruktur für funktionierende und gesunde Städte darstellen. Statt über Gestaltung, Inklusivität und architektonische Qualität zu sprechen, wird das Thema meist auf Fragen von Kosten, Gender oder Sicherheit reduziert.
Köln verfügt aktuell über nur 71 öffentliche Toiletten für mehr als eine Million Einwohner*innen – und liegt damit deutlich hinter internationalen Standards zurück. Zu wenige Anlagen, häufig nicht barrierefrei, selten gestalterisch überzeugend: Die bestehende Infrastruktur zeigt strukturelle Defizite. Auch deutsche Richtlinien und Planungsgrundlagen bleiben hinter dem internationalen Diskurs zurück und verpassen bislang die Chance auf eine gerechte, zugängliche und qualitätsvolle Ausgestaltung öffentlicher Sanitärräume.
Auf Grundlage einer umfassenden Analyse der Kölner Toilettenlandschaft sowie aktueller internationaler Fachliteratur entwickelt die Masterarbeit „Beyond the Stall“ von Bex Maher einen klaren Fahrplan für eine inklusive Toilettenstrategie in Köln. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Teilhabe, Potty Parity, universellen Toiletten und der städtebaulichen Integration – exemplarisch untersucht am Stadtraum der Venloer Straße.
Der Abend versteht öffentliche Toiletten nicht als Randthema, sondern als Gradmesser für urbane Gerechtigkeit und demokratische Infrastruktur.
Moderation: Susanna Häck (Architektin und Vorstandsmitglied HDAK), Prof. Dipl.-Ing. Yasemin Utku (Stadtplanerin / Architektin und Professorin der TH-Köln für Städtebau und Planungspraxis)
Dienstag, 10. März 2026, 19:00 Uhr | Kubus, Josef-Haubrich-Hof, 50676 Köln | Haus der Architektur Köln e.V. -Jeden Dienstag, 19 Uhr – eine Stunde Baukultur | Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich