Ein Platz kommt ins Gespräch – trotz Sommerhitze ein voller Erfolg
Mit der Aktion „100 Stühle auf dem Neumarkt“ und der „Langen Tafel der Baukultur“ wurde der Kölner Neumarkt am Freitag, 19. Juni 2026, erneut zu einem Ort der Begegnung, des Austauschs und der Baukultur. Die Veranstaltung, organisiert im Rahmen des Projekts „1000 Stühle – 1000 Bäume“ des Haus der Architektur Köln (hdak) und als Teil des bundesweiten Aktionstags der Bundesstiftung Baukultur, lockte zahlreiche Besucherinnen und Besucher auf den Platz.
Foto: HGEsch
Die hochsommerlichen Temperaturen stellten zwar alle Beteiligten vor Herausforderungen, konnten der guten Stimmung jedoch nichts anhaben. Die rund 40 Meter lange weiße Tafel, zunächst von den charakteristischen roten Stühlen gesäumt, entwickelte sich schnell zum Treffpunkt für Gespräche und Begegnungen. Schon nach kurzer Zeit fanden die Stühle ihren Weg in den Schatten der Bäume rund um den Platz – ein lebendiges Bild dafür, wie selbstverständlich die Menschen den öffentlichen Raum ihren Bedürfnissen entsprechend nutzten. Gerade darin zeigte sich die Qualität der Aktion: Die Stühle wurden nicht als Kulisse verstanden, sondern als Einladung zum Verweilen, Austauschen und Mitmachen.
Ein Höhepunkt des Nachmittags war das Gespräch zwischen der Kölner Bürgermeisterin Derya Karadag und der Architektin Dörte Gatermann. Moderiert von Elke Tonscheidt, diskutierten sie über die Entwicklung des Neumarkts und die Ziele des Projekts „1000 Stühle – 1000 Bäume“. Im Mittelpunkt standen Fragen nach der Zukunft des Platzes, nach mehr Aufenthaltsqualität und Begrünung sowie nach der Bedeutung öffentlicher Räume für das gesellschaftliche Leben in der Innenstadt. Dabei wurde auch die Vision vorgestellt, das Projekt künftig in alle Kölner Veedel zu tragen und so stadtweit Orte der Begegnung und des Austauschs zu schaffen. Bürgermeisterin Derya Karadag begrüßte diesen Ansatz ausdrücklich und sagte ihre Unterstützung für die weitere Entwicklung und Ausweitung des Projekts zu. Besonders erfreulich ist, dass die Idee bereits konkrete Formen annimmt: Für fünf Plätze in verschiedenen Kölner Veedeln laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren, ihre Umsetzung steht kurz bevor. Die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer beteiligten sich aufmerksam und brachten ihre eigenen Perspektiven und Wünsche für den Neumarkt ein.
Großes Interesse fand auch die begleitende Beteiligungsaktion „Du entscheidest: Was braucht die Kölner Innenstadt?“. Die eigens gestalteten Postkarten wurden bereits während der Veranstaltung mit zahlreichen Ideen, Wünschen und Anregungen ausgefüllt. Die Aktion wird noch bis Ende des Sommers fortgesetzt; die Karten werden weiterhin an verschiedenen Orten verteilt und laden alle Kölnerinnen und Kölner dazu ein, ihre Vorstellungen für eine lebenswerte Innenstadt einzubringen. Die Rückmeldungen fließen in die weitere Diskussion über die Zukunft des Neumarkts und der Kölner Innenstadt ein.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass der Neumarkt weit mehr sein kann als ein Ort des Durchgangs. Die roten Stühle luden zum Ausruhen, zum Gespräch und zum Beobachten des Stadtlebens ein. Trotz der großen Hitze entstand eine entspannte und lebendige Atmosphäre, die zeigte, wie schon einfache Interventionen die Aufenthaltsqualität eines öffentlichen Platzes verbessern können.
Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren der neu gegründeten ISG Neumarkt, deren Unterstützung diese Veranstaltung erst möglich gemacht hat. Mit ihrem Engagement tragen sie dazu bei, neue Impulse für den Neumarkt zu setzen und den Dialog über die Zukunft der Kölner Innenstadt aktiv zu fördern.
Die durchweg positive Resonanz der Besucherinnen und Besucher bestätigt den Erfolg der Veranstaltung. „100 Stühle auf dem Neumarkt“ und die „Lange Tafel der Baukultur“ haben eindrucksvoll gezeigt, wie Baukultur, Bürgerbeteiligung und gelebte Stadtkultur zusammenwirken können. Die Aktion setzte ein sichtbares Zeichen für eine lebenswerte Innenstadt – und dafür, dass gute Ideen dort entstehen, wo Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Mit der geplanten Ausweitung des Projekts „1000 Stühle – 1000 Bäume“ in die Kölner Veedel wird dieser Dialog künftig noch mehr Menschen erreichen und die Idee einer lebenswerten, grünen und gemeinschaftlich gestalteten Stadt weitertragen.
wir haben uns über die Anwesenheit von Henriette Reker gefreut, die in Ihrer Zeit als Oberbürgermeisterin das Projekt als Schirmherrin begleitet hat und immer noch unterstützt